7. Juli 2013

 VfB: Reloaded

 

Liebe Schwabenfreunde Nordwest,

 

heute beginnt ein weiteres Kapitel in der bereits sehr erfolgreichen und rasant entwickelten Historie Historie von www.schwabenfreundenordwest.de.

 

In der Kolumne darf ich in regelmäßigen Abständen einfach mal „meinen Senf“ rund um den VfB, ab und an auch bestimmt etwas weiter gefasst, dazugeben. Dabei lautet selbstverständlich nicht das Ziel, es allen Recht machen zu wollen oder die Fahne stetig nach dem Wind neu auszurichten. Nichtsdestotrotz ist Kritik, welcher Art auch immer, gerne willkommen.

 

Nun gut. Kurz zu Beginn zu eurer Information: Derbysieg im 166. Aufeinandertreffen auf der Waldau. Zu sehen waren einige interessante und für die Zukunft durchaus mögliche Konstellationen, sowie einige unserer Jungspunde wie Rani Khedira, Patrick Bauer oder auch Timo Werner. Am Ende war es jedoch ein Altbekannter, der für den Endstand sorgte: der doppelte Ibisevic.

 

Vor 40 Jahren hat beim VfB am 07.07.1973 eine Ära begonnen. Unsere Jungs feierten die erste A-Jugendmeisterschaft. In den Folgejahren kamen zu diesem Titel noch weitere neun hinzu und ganze sieben Erfolge mit der B-Jugend. In dieser Hinsicht sind wir Rekordmeister! Passend dazu wurde im Laufe der letzten Saison ein neuer, sicherlich auch kostenintensiver Grundstein für die erfolgreiche Fortsetzung dieser Jugendpolitik gesetzt: das neue Jugendleistungszentrum. Optisch imponiert es mit dem Roten Brustring und befindet sich mitten im alltäglichen Leben des VfB. Die Jugendarbeit war, ist und soll auch in Zukunft weiterhin den Grundstein und das Herz für unseren VfB bilden.

 

In den letzten Jahren wohl leider etwas vernachlässigt, über die Gründe und Ursachen kann man wohl streiten, ist sie jedoch allmählich wieder in den Fokus von Fans, Vorstand, Management und auch dem Trainerteam gerückt. Der viel zitierte, jedoch vernachlässigte „Stuttgarter Weg“ soll nun wieder geradliniger beschritten werden. Denn gerade in schlechten Zeiten konnte man sich immer auf die exzellente Jugendarbeit verlassen.

 

Nachdem die letzte Saison mit einem wahren Kracher in Berlin inklusive der tatkräftigen Unterstützung der Schwabenfreunde Nordwest endete, waren viele bereit, diese Euphorie mit in die neue Saison zu nehmen. Es war zu erkennen, wozu diese Mannschaft im Stande war. Das Problem: die Konstanz. Das soll sich nun ändern.

 

In knapp 4 Wochen beginnt die neue Saison beinahe an der Stelle, wo die letzte beschlossen wurde: in Berlin. Die Weichen dafür wurden erfreulicherweise bereits früh gestellt. Es wurden frühzeitig wichtige und notwendige Transfers eingetütet und das sogar noch weit vor Trainingsauftakt. Zudem finden weitere massive Umstrukturierungen im Verein statt, dazu jedoch ein anderes Mal mehr.

 

Aktuell die entscheidende Personalie: Fredi Bobic. Bei Amtsantritt von vielen noch als graue, unerfahrene Maus, als einer unter vielen Ex-Profis, die sich irgendwie ins Geschäft mogeln wollen, betitelt und so abgestempelt, hat  wahrlich Großes geleistet. Sein Vorteil: man hat ihm Zeit gegeben, die Zeit, die er benötigte, um sich auch gegen „größere Tiere“ im Verein effektiv durchzusetzen. Doch hat wohl auch seine langfristig ausgerichtete und  gut vorgetragene Strategie die Oberen so sehr überzeugt, dass diese ihren oftmals so unruhig am Abzug sitzenden Finger nicht wagten zu zücken. Nein, Fredi konnte ihnen sogar die Flinte aus den Händen entreißen.

 

Dadurch konnte er über die letzten Jahre hinweg, unter durchaus schwierigen finanziellen Bedingungen und einer sportlichen Tortur sein Konzept fortentwickeln und dabei den VfB von einer Möchtegern-Champions-League-Truppe zu einem soliden Bundesligisten umstrukturieren. Vor Beginn der Saison 2013/2014 sind wir somit nicht nur auf dem Boden der Tatsachen angekommen, wir sind dies auch auf eine vernünftige Art und Weise. Der VfB gehört in die Europa League. Das sind wir historisch gesehen auch der ewigen Tabelle nach (Platz 4, 2040 Punkte, fünf mehr als der BVB), natürlich mit mehr als erfreulichen Abstechern in die Champions League bis hin zur Meisterschaft. Doch leider wurden diese Höhenflüge immer von einer blauäugigen und unvernünftigen Kurzzeitpolitik begleitet, die ihre Hinterlassenschaften noch über Jahre hinaus den VfB lahmgelegt haben. Ich denke, das sollte unter Fredi Bobic anders werden. Die Devise lautet: auf dem Boden bleiben.

 

Bei all den Lobeshymnen auf den aktuellen Sportvorstand und sicherlich auch indirekt dem Trainer werden beide gerade für diese Saison hart in die Pflicht genommen. Die Voraussetzungen sind so gut wie schon lange nicht mehr. Labbadia konnte seine Forderungen weitestgehend durchsetzen, er hat jetzt den Kader, den er immer wollte. Spätestens jetzt sollte der VfB für den Tanz auf drei Hochzeiten gewappnet sein, so dass diese leidigen Aussagen und das Gejammere über die Breite und Qualität des Kaders von nun an nicht mehr zählen. Bruno Labbadia hat berechtigterweise beim VfB ausreichend Zeit erhalten, welche ihm bei seinen vorherigen Engagements in der Bundesliga ja nicht gewährt wurde, um seine Vorstellungen mittelfristig durch- und umzusetzen, so dass er jetzt liefern kann und dies auch in gewisser Weise sollte. Wie schon erwähnt, bedeutet dies sicherlich nicht den Gewinn der Meisterschaft, sondern vielmehr ein konstanterer Leistungsabruf der Mannschaft als noch in der Vergangenheit und sicherlich dem Erreichen des internationalen Geschäfts. Wenn wirklich alles passen sollte, das Glück uns noch etwas mehr treu bleibt und man sich an der Ewigen Tabelle orientiert, würde dies sogar für die Champions League reichen, wenn wir auf den BVB nicht allzu viel Punkte verlieren…

 

Doch bis dahin sind noch ein paar Wochen zu gehen und unser VfB hat auch noch einiges zu leisten. Zum Abschluss dazu nur ein paar Stichworte, wovon aber in der nächsten Kolumne der ein oder andere durchaus aufgegriffen werden könnte: Mitgliederversammlung am 22.07.2013, VfB-Hoffnung Bernd Wahler, die Rückkehr des alten Wappens, Trainingslager in meiner Heimatstadt Donaueschingen.

 

Sonnige VfB-Grüße aus Münster!

 

Euer Gunther

AKTUELL:

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