Danke, Armin Veh!

Oh weh, unser VfB. Die Abrechnung.

 

Verlässt der Kapitän das sinkende Schiff? Zuerst? Folgen noch weitere? Welche Gründe könnten dahinter stecken? Was hat es mit Huub auf sich? Wie geht es nun mit Armin weiter? Was wird aus unserem VfB? All das sind Fragen, die uns alle beschäftigen und künftig sicherlich noch beschäftigen werden.

Zunächst einmal, ein großes Dankeschön an Armin Veh. Nach erfolgreichen Zeiten bei der Eintracht aus Frankfurt, hat er sich durchgerungen, die schwere Aufgabe beim VfB Stuttgart nach dem Fast-Abstieg auf sich zu nehmen. Und nicht nur das. Er hat auch entgegen seiner bisherigen Auffassung anstelle eines Ein-Jahres- einen Zwei-Jahres-Kontrakt unterzeichnet. Leider ohne Erfolg.

Viele fragen sich, wie konnte es so weit kommen. Armin Veh war der Wunschtrainer, rundum. Es schien die perfekte Ehe zu werden: Veh überzeugt durch ein professionelles und geschicktes Auftreten mit sehr wohl durchdachten Äußerungen und Handlungen. Er besitzt große Erfahrung quer durch alle deutschen Ligen, sowie auf internationaler Ebene und hat bereits eine überaus erfolgreiche Zeit beim VfB  hinter sich. Und nicht zuletzt das wohl wichtigste, er genießt ein hohes und gutes Ansehen bei den Fans, auch wenn es  fast schon peinlich erscheint, dies als bedeutendsten Faktor nennen zu müssen. Nichtsdestotrotz, alles sind optimale Voraussetzungen. Eigentlich.

Doch das Chaos scheint dem VfB treu zu bleiben. Treuer als so mancher Fan. Oder bleibt der VfB dem Chaos treu? Klar ist, es trifft wieder einmal den Falschen. Nur dass dieser sich jetzt vor allen anderen entschieden hat. Rechtzeitig zumindest, bevor sich Vereinsführung, Spieler und Fans gegen ihn wenden konnten.

Doch wieso hat er sich zu diesem Schritt entschieden? Die einfache und schon anmutend wirkende Erklärung wäre „weil es immer so läuft“, „weil diese Mechanismen in diesem Geschäft immer dann greifen“, „weil der Trainer das schwächste Glied im Konstrukt und am einfachsten austauschbar ist“. Diese Behauptungen erachte ich allesamt als unrichtig, als schlicht und ergreifend falsch. Dennoch scheint es keinerlei Alternativen zu geben, zumindest trauen sich nur eine überschaubare Anzahl an Vereinen andere, mutigere Wege zu gehen. Gewiss, dafür braucht es schon eine ordentliche Menge an Rückgrat und Durchsetzungskraft.

Aber Armin Veh hatte bis zu seiner vorzeitigen eigenmächtigen Entlassung viel Kredit auf allen Seiten. Dennoch hat ihn wohl diese Unruhe im Verein und dessen Umfeld keinesfalls kalt gelassen. Wie auch, hat sie ihn indirekt auch betroffen. Denn es kann keiner behaupten, dass eine Kritik am Team, eine Kritik am Führungsstil, nicht auch den Trainer mit tangiert. Kritik am Team, Kritik an der Kaderzusammenstellung,  Kritik an vereinsinternen Kollegen und Freunden, das alles bedeutet automatisch auch Kritik am Trainer.

Nehmen wir zu Beginn die Causa Bobic. Wer hat wenige Monate vor seiner eigenen Entlassung Gespräche über die Trainernachfolge von Huub Stevens verhandelt und gesprochen? Wer hat sich intensiv mit der künftigen Kaderzusammenstellung gemeinsam mit dem Trainer auseinandergesetzt? Wer stand Tag für Tag mit auf dem Trainingsplatz?

Natürlich kann man über Fredi Bobic, wie über alle anderen auch, seine Meinung haben. Sicherlich ist er eine streitbare Figur. Seinen diversen Aussagen nach ist das von ihm sicherlich auch so gewollt. Aber dennoch kann und darf man seine Tätigkeit beim VfB nicht derart kritisieren, wie dies getan wurde. Es war immer zum Wohle des Vereins und wie bereits alle seine Vorgänger und alle seine Mitstreiter in der Liga, nicht in allen Fällen von Erfolg gekrönt. Wie auch! Betrachtet man einmal die nicht erst seit der Meisterschaft 2007 verzwickte Situation (in der Liga auch kein Einzelfall): ein großer Traditionsverein, ein großes und kritisches Umfeld, Ungeduld, starke Wirtschaftskraft, die aber nur in Teilen für den Fußball auf Vereinsebene zu motivieren ist. Und dann das schon häufig, auch von mir, genannte höchst kritische Publikum.

Diese Konstellation hat schon so einige Gestalten verschlungen. Nicht immer zu Unrecht, aber doch recht häufig.

Und nun ist Bobic die nächste Person, die quasi auf einen gewissen Druck hin geopfert wurde. Schon wieder.

In den Stuttgarter Fan-Untergründen existieren gewisse Ströme mit großer Macht und enormer Gewalt. Dieser Einfluss ist jedoch völlig unbegründet. Als Fan sollte man sich einmal vor Augen führen, mit welcher Rechtfertigung man gewisse Ansprüche erhebt. Dann sollte den meisten recht zügig klar werden, dass es diese nicht gibt. Unter Fans gibt es sicherlich verschiedene Ausprägungen. Derjenige, der vor dem Fernseher sitzt und sich die Spiele anschaut. Dann gibt es diejenigen, die sich auch aktiv noch im Internet für und gegen den Verein einsetzen und ihre Meinungen in Foren kund tun. Die Arenagänger unterstützen den Verein heim- und auswärts, zahlen dafür den Eintritt an der Stadionkasse. Schließlich gibt es dann die OFC-Mitglieder und Vereinsmitglieder des VfB. All dies sind keine festen Gruppen, es sind die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Herangehensweise, um Fan zu sein.

Nun gibt es spezielle Fan-Gruppierungen, die vorgeben, sie seien „mehr“ Fan als andere. Sie würden ihr Leben für den Verein opfern. Das begründen sie in unterschiedlichen Aktionen rund um den VfB. Doch, bedeutet dies, dass man gleichzeitig den Anspruch haben muss, in entscheidende Prozesse des professionell geführten Vereins nehmen zu müssen? Von mir gibt es hier ein entschiedenes Nein. Fußballvereine sind nicht länger nur der „e.V.“ vom Bolzplatz nebenan. Es handelt sich im Wirtschaftsunternehmen. Hier ist entsprechendes Personal angestellt, dies sollte eine gewisse Fachkompetenz aufweisen, denn in der Regel ist der Fußball der Dreh- und Angelpunkt, um das Geld einzuspielen. Aber es handelt sich um hochkomplexe Gebilde, in die man von außen auch nur eingeschränkten Einblick erlangen kann. Und dann häufig über den medialen Weg, sprich die Presse von unterschiedlicher Qualität und Güte.

Nun kommen ein paar Fans daher und meinen, hier müssten sie Mitspracherecht haben. Gut und schön. Als Vereinsmitglied dürfen sie das haben, ganz in dem von den Mitgliedern selbst gesetzten Rahmen. Allerdings als reiner Stadiongänger zahlt man nur den Eintritt. Ähnlich wie in einem Theater kann man dann Applaus geben oder nicht. Sicherlich darf man bei entsprechender Performance auch mal pfeifen oder den Saal verlassen und dann nicht wieder kommen und so indirekt versuchen Einfluss auf das Programm zu nehmen. Aber das war es auch dann. Man müsste schon Anteilseigner, wie es das Konstrukt der Aktiengesellschaft ermöglicht, sein um Anspruch auf Mitspracherecht erheben zu können. Oder sich eben beim Verein in gewissen Positionen anstellen lassen, um an Entscheidungen beteiligt zu werden.

Aber nur ins Stadion zu gehen reicht gewiss nicht aus, um Mitspracherecht automatisch einzufordern.

Denn der Fußball, wie wir ihn heute kennen, ist weitaus mehr als nur ein Rasenplatz mit einigen Werbebanden drumherum, zwei Toren, drei Bällen, einem angrenzenden Schuppen mit Umkleidemöglichkeit und einem Schotterparkplatz, und falls man mal austreten möchte, man einfach im Maisfeld verschwindet. Wenngleich auch hier der von außen schreiende Zuschauer zu gerne von den „Aktiven“ (meist 10 Spieler auf dem Rasen zuzüglich Spielertrainer, sowie den Bankhockern) einfach ignoriert wird, ist es bei einem professionellem Fußballverein einfach komplexer. Das Kerngeschäft ist das Spiel mit dem Ball und mit entsprechendem Erfolg erzielt man auch Einnahmen, aber nicht ausschließlich. Daneben gibt es noch das Stadion, das Marketing, Spieler- und Manager- und weitere Angestelltengehälter, Provisionszahlungen, Scouting, Jugendabteilungen, Gebäudemanagement, diverse Finanzierungsmodelle, Fanbetreuung, Catering und vieles mehr, das ich hier gar nicht alles aufzählen kann. Dies alles, und die damit verbundenen Angestellten, sind zum Teil mehr oder weniger vom Fußallgeschäft abhängig. Und genau hier muss man sich nun von einfachen Fans, von Laien reinpfuschen lassen? Und dies auch noch aus unterschiedlichen Beweggründen? Nur weil beispielsweise dem einen das andere Gesicht nicht passt? Dazu nochmals ein glasklares Nein!

Das macht den Sport und vor allem den Verein kaputt und kann auch nicht im Sinne wahrer Fans sein.

Deswegen: wir Fans dürfen und sollen diskutieren, wir müssen unsere Meinungen rund um den Fußball haben, wir können unseren Unmut oder auch unsere Begeisterung äußern, aber alles in einem gewissen Rahmen mit gewissen Grenzen.

Nun gut, zurück auf beziehungsweise neben den Platz. Da steht nun Huub. Huub Stevens. Schon wieder. In der letzten Saison den Abstieg soeben noch verhindert. Dafür danke. Aber warum? Was hat er bewirkt? Wie so vielerorts gelesen und gehört, ist man nur deswegen nicht abgestiegen, weil drei andere Teams noch schlechter waren. Die Stevens-Bilanz ist auch eher mittelmäßig bis schlecht gewesen. Aber: Ziel erreicht.

Diese Saison ist man nun etwas früher dran. Man hat sich für „Alt-bewährtes“ entschieden. Kann ich verstehen. Doch Stevens und oder Verein wollten nach der letzten Saison nicht mehr, warum dann jetzt? So plötzlich? Verstehe, gleiches Ziel wie vorherige Saison. Bleibt zu hoffen, dass die gleichen Mittel erneut greifen. Auch wenn der Holländer nun eine anderen Herangehensweise aufzeigt.

Dennoch bleibt für mich die Frage, wie es danach weiter geht, nach der Saison. Der Klassenverbleib wird erreicht. Da bin ich mir sicher. Die Mannschaft hat ausreichend Qualität, muss diese nur auf den Platz bekommen. In den einzelnen Nationalmannschaften klappt das ja. Auf dem Trainingsplatz wohl auch. Nur in den Stadien hakt es. Und zwar gewaltig. Schon seit Jahren beklagen wir dieses Problem. Was ist es, das den Spielern beim VfB die Einstellung nimmt? Was stellt den Schalter wieder auf Standby? Was führt dazu, dass ein anderer Modus gefahren wird?

Die Antwort dazu kann ich nicht geben. Am System kann es nicht liegen, genauso  wenig am Trainertyp. Dazu hat man in den letzten Jahren zu viel versucht, zu viel variiert, zu viel verändert und probiert. Vielleicht ist es ja genau das. Zu viel? Zu viel Veränderung? Zu wenig Konstanz?

 

Ich wünsche Armin Veh alles erdenklich Gute. Ich hoffe, er findet zukünftig seine weitere Aufgabe, von meiner Seite aus gerne wieder beim VfB, vielleicht auf anderer Ebene und in anderer Funktion. Er ist ein Gesicht, das zum VfB gehört.

Eine Person, wie man sie zur Zeit auch gerne als Führungsspieler auf dem Platz hätte.

Wo es ihn hinzieht weiß ich nicht. Er möchte gerne Trainer bleiben. Sicherlich ist er ein streitbarer Typ, aber das weiß man, wenn man sich ihn ins Haus holt. Aber bei all den sympathischen Äußerungen und Einblicken beispielsweise in seine Frankfurter Zeit sieht man, dass mehr in ihm steckt, als man von außen mitbekommt.

Beim VfB gilt es, endlich einmal Stabilität hinein zu bekommen. Man hat Großes vor. Nach dem Entgegenkommen gegenüber den Fans in Sachen Vereinswappen gilt es nun die wirklich wichtigen Dinge anzupacken. Mit einem starken Vorstand und nun endlich auch der Miteinbeziehung sportlicher Kompetenz, der Neuordnung der Jugendabteilung und der Rückholaktion von Rainer Adrion, einer möglichen Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung (die ich sehr kritisch sehe und vielleicht an anderer Stelle näher betrachten möchte) und einer begonnenen Umstrukturierung des Sponsorings (auch wenn hier die DFL in der „Volksagen-Porsche-Sache“ noch einen Strich durch die Rechnung ziehen könnte) sind wichtige Weichen gestellt. Das „Drumherum“ stimmt so allmählich.

Jetzt gilt es, den Sportbereich, den Fußball wieder auf Vordermann zu bringen.

 

Der Fahrplan: Punkte bis zur Winterpause – Sportdirektor – Klassenerhalt – Neuordnung Trainerstab.

 

Euer Gunther

 

 

 

 

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