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Jetzt ist er da. Nach Fredi Bobic die nächste regionale, württembergisch verwurzelte Lösung für unseren VfB: Robin Dutt. Zwar ist er nicht hier im Ländle geboren, aber zumindest aufgewachsen nachdem er in Köln das Licht der Welt erblickte. Immerhin, die Mutter kommt aus den Tiefen des Schwarzwalds.

Robin Dutt. Dieser Name stand sicherlich nicht bei vielen auf dem sprichwörtlichen Zettel. Erst als die Entscheidung wohl schon hieb- und stichfest war sickerten energischer Informationen durch die Presse und die Internetforen.

Warum eigentlich? Im wesentlichen hat Robin Dutt durchaus Erfolge vorzuweisen, nicht als Trauner bereits bei den Kickers aus Degerloch und vor allen Dingen beim Sportclub in Freiburg. Seine Arbeit beim DFB war gezwungenermaßen nur von kurzer Dauer, als Nachfolger von Matthias Sammer. Dennoch kann man sie durchaus als solide bezeichnen. Die Trainerstation zuvor in Leverkusen und im Anschluss an die Sportdirektortätigkeit bei Werder Bremen würde man dann eher als mäßig bezeichnen. Auch wenngleich aus Leverkusen Schuldeingeständnisse gegenüber der Verpflichtung und dem Umgang mit Dutt zu hören sind, im Nachhinein. Von der Weser sind ähnliche Töne zu hören.

Nun ist es Stuttgart. Wahrlich kein Eldorado in Bezug auf ein ruhiges und besonnenes Arbeitsumfeld, wo man mit vollster Konzentration auf das Wesentliche seiner Arbeit nachkommen kann. Das war es zumindest bisher nicht.

Daher hoffe ich, dass Verein, Spieler und vor allen Dingen auch die "Fans" und Fans angesichts der schwierigen Startbedingungen entsprechend agieren werden und in der ein oder anderen Situation etwas Nachsicht und etwas Gnade walten lassen.

Vielleicht hat man ja aus den Fehlern der Vergangenheit für die Zukunft gelernt...?!

Dass Robin Dutt es sicherlich "besser" und "einfacher" hätte haben können, liegt auf der Hand. Finanziell gesehen, steht der VfB leider nur mittelmäßig da, von der sportlichen Situation mal ganz zu schweigen. Zwar wurden bereits erste Weichen für eine vollends konsolidierte Zukunft gestellt, aber dies benötigt eben Zeit und Geduld denn gleichzeitig darf auch der sportliche Erfolg keinesfalls ausbleiben.

Aus meiner Sicht gibt es einen zentralen Königsweg und der führt, wen würde es auch wundern, über die eigene Jugend. Grundsteine zur Sicherung des 4-Sterne-Standorts wurden nicht nur mit dem Neubau des Nachwuchsleistungszentrums bereits gelegt. Auch personell hat man sich neu aufgestellt, zum Teil auf alte Tugenden zurück gegriffen.

Dass beim VfB seit je her ausgezeichnete und ertragreiche Jugendarbeit geleistet wird, ist bekannt. Auch über viele Grenzen hinweg. Schließlich ist man nicht umsonst Deutscher Rekordmeister in der A-Jugend. Jetzt gilt es nur eines zu sichern: die Attraktivität für die Jugendspieler.

Natürlich brauchen diese anständige Trainings- und Schulungsbedingungen, gute Trainer, eine angenehme Atmosphäre für Körper und Geist wie es so schön heißt, aber...man braucht eben auch eine realistische Perspektive.

Dazu zählt neben einem soliden VfB II in der höchstmöglichen Spielklasse, der 3. Liga, und sinnvollen Ausleihgeschäften auch unabdingbar eine solide und verlässliche Anbindung an die erste Mannschaft. Da genügt es bei weitem nicht, dass man auf dem gleichen Areal trainiert und lebt und der ein oder andere von Zeit zu Zeit mit ins Trainingslager fährt.

Nein. Hier gilt es vor allem für Robin Dutt und das alt bekannte VfB-Urgestein Rainer Adrion anzusetzen und Verbesserungen sowie Lösungen zu finden.

Den Talenten muss bewusst sein, was der VfB für sie darstellt, was sie am VfB haben und zu schätzen wissen, aber auch was der VfB an ihnen selbst zu schätzen weiß!

Ja, auch das.

Wenn ein Spieler den VfB verlässt, muss ihm das bereits lange davor schon weh tun, wenn solch eine Entscheidung dann überhaupt noch zu Stande kommt.

Natürlich, und das ist auch allen klar, kann man die Spieler (leider) nicht ewig an nur einen Verein binden. Erstens sind solche Spieler à la Steven Gerrard (der jetzt im Herbst seiner Karriere nun doch wechselt) oder Uwe Seeler nur höchst selten in der heutigen Zeit und zweitens kann der VfB auch diesen Spielern nicht die Möglichkeiten bieten, um im Laufe ihrer Karriere entsprechende Titel sammeln zu können.

Doch nehmen wir den Fall Mario Gomez. Mario hat doch recht lange erfolgreich für unsere Stuttgarter gespielt, sogar einen Titel eingefahren und ist dann für eine entsprechend hohe Ablösesumme gewechselt. Wie man daraufhin mit den finanziellen Möglichkeiten umgegangen ist, darum geht es hier nicht, das ist durchaus mehr als verbesserungswürdig. Aber diese Art von Transfer muss für die künftige Entwicklung Vorbild sein. Man darf nicht schon frühzeitig Talente für wenig Geld verlieren. Optimal wäre es, wenn sie zunächst "ihren Dienst an der Mannschaft" beim VfB leisten und dann im weiteren Verlauf für geeignete Ablösesummen wechseln.

Vielleicht ist ja dann auch mal ein Spieler dabei, der den großen Verlockungen von außen widersteht und sich langfristig auch für den Roten Brustring entscheidet. Das alles mag sein.

Der VfB muss von nun an auf seine Stärken setzen und auch vertrauen. Und die größte Stärke ist die eigene Jugend.

In diesem Sinne möchte ich unserem neuen Vorstand Sport alles, alles Gute wünschen und vor allem eines: Durchhaltevermögen.

 

Euer Gunther

AKTUELL:

<<<< 27.01.2019 15:30 Uhr München- Stuttgart