5. August 2013

 

Der Teamcheck: Tor und Defensivblock

 

 

Die Bundesligasaison 2013/2014 steht kurz bevor. Mitgliederversammlung, Trainingslager und die ersten Auftritte in Europa League und DFB-Pokal liegen bereits hinter uns. Da wird es Zeit einmal zusammenzufassen und ein kurzes Resümee zu ziehen: der Teamcheck. In dieser Woche zunächst die defensiven Positionen.

 

Beginnen wir im Tor.



 

Sven Ulreich geht in seine mittlerweile vierte Saison als offizielle Nummer eins. Seine Leistungen über
die letzten Jahre zeigten nur leichte Schwankungen. In den Notenranglisten der einzelnen Fußballfachmagazine liegt er beständig in der Spitzengruppe. Ulreich bekennt sich wie kein zweiter zum VfB und ist für mich klar und alternativlos die erste Wahl im Tor.

Unserem Ulle steht in dieser Saison neuerdings Thorsten Kirschbaum als Backup zur Seite. Die Verpflichtung kann ich selbst nicht ganz nachvollziehen, hatte man doch immer einen sehr erfahrenen Keeper zur Seite, ergänzt durch einen jungen Mann aus der 2. Mannschaft. Kirschbaum selbst stellt allerdings eher selbst noch ein großes Talent mit Potential dar, soll aber Ulreich positiv unter Druck setzen. Eine Abkehr von Ulreich erscheint mir jedoch sehr unwahrscheinlich, da Ulle mittlerweile auch zum zweiten Mal in Folge zum Spieler der Saison durch die VfB-Fans gekürt wurde. Ich denke und hoffe, dass Bruno Labbadia hier keine weitere Baustelle eröffnen möchte. Dennoch hat sich Kirschbaum in seinen Auftritten bisher als sehr gute Teamplayer und fairer Typ an sich gezeigt.

Als dritter Torwart dürfte Oddisseas Vlachodimos gelten und ab und an aus der 2. Mannschaft in die erste Auswahl rotieren. Vlachodimos gilt wie seine Vorgänger als wahrer Rohdiamant und steht für die Ambitionen von Torwarttrainer Andreas Menger, der beim VfB eine Hochburg für Torhüter aufbauen möchte.

 

Es folgt die Abwehr.

Der Japaner Gotoku Sakai hatte sich nach seiner Verpflichtung und einem tollen Einstand leider erst einmal in einem Leistungstief verabschiedet. Doch im Endspurt der vergangenen Saison hatte er ansatzweise wieder zu alter  Stärke zurück gefunden. Obwohl er oft beteuert, lieber auf der linken Position des Außenverteidigers spielen zu wollen, dürfte Sakai wohl weiterhin auf der rechten Seite zum Einsatz kommen. Hier erhält er aufgrund der Neuzugänge jedoch weitaus größere Konkurrenz als bisher.

Damit wären wir bei Daniel Schwaab. Begonnen hat er seine richtige Karriere beim Sportclub Freiburg um die Ecke. Damals wie heute als rechter Verteidiger, wobei auch Ausflüge in die Innenverteidigung durchaus als gelungen bewertet werden können. Als junger deutscher Spieler passt er perfekt in die Mannschaft hinein. Seine Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende, es sollte zu einigen Einsätzen innen wie außen kommen.

Unser Kapitän, Serdar Tasci, dürfte für eine der beiden Innenverteidiger-Positionen gesetzt sein, auch wenn sein Stand schon einmal besser war. Doch allmählich kann er wieder an alte Glanzleistungen anknüpfen, sein großer Vorteil: die Konstanz. An die Parade-Innenverteidiger von Borussia Dortmund oder mittlerweile auch des FC Bayern München kommt er körperlich nicht heran, dies muss er durch Spielintelligenz versuchen auszugleichen. Gerade deswegen gerät er auch immer wieder in den Fokus von Joachim Löw, da er als spielender Verteidiger Vorteile bietet.

Die Stammkraft neben ihm und aufgrund seiner Bissigkeit und des Einsatzes geliebter Spieler war bisher Georg Niedermeier. Seine körperliche Präsenz reicht schon eher an die der Top-Verteidiger heran, zudem besitzt Niedermeier noch eine ausgefeilte Torgefährlichkeit. Trotzdem dürfte er am ehesten mit der neuen Konkurrenz zu schaffen haben.

Ebenfalls als Innenverteidiger gedacht ist Benedikt Röcker. Der junge Mann überragt alle, hat immense körperliche Vorteile. Meiner Meinung nach  ist er das große Talent in der Hintermannschaft und man dürfte von ihm noch viel hören. Mit 1,97 Meter hat er beste Voraussetzungen und noch genug Entwicklungspotential. In dieser Saison sollte es zu einigen Einsatzzeiten kommen.

Cristian Molinaro ist das Sorgenkind der letzten Jahre. Furioser Einstand nach der Ausleihe von Juventus Turin. Nach dem Kauf und dem Debüt in der Nationalmannschaft kam dann leider die Ernüchterung. Ich hatte ihn damals schon beim FC Bayern München gesehen, da es in der beeindruckenden Rückrunde keinen besseren Außenverteidiger auf der linken Seite gab als den Italiener. Er konnte Flanken aus dem Lauf heraus schlagen wie kein Zweiter. Sein anhaltender Einbruch ist nicht zu erklären. Er fühlt sich wohl, hatte keine übermächtige Konkurrenz auf seiner Position. Aufgeblitzt sind seine Fähigkeiten immer wieder, wurden jedoch von Verletzungen oder unberechtigten Spielsperren unterbrochen. Er sollte wohl verkauft werden, jedoch fand sich kein Abnehmer. Aufgrund der Neuzugänge dürfte er es sehr schwer haben auf Einsätze zu kommen.

Die große Variabilität in der Abwehr unterstreicht Antonio Rüdiger. Ähnlich wie Röcker mit optimalen Verteidiger-Maßen ausgestattet, kann Rüdiger auch auf der Außenbahn agieren. Das hat er mehrfach positiv unter Beweis gestellt. Er wird weiterhin auf einige Einsatzzeiten kommen, nun aber wohl vermehrt in der Innenverteidigung. Da wo er hingehört!

Der zweite Neuzugang in der Abwehr ist Konstantin Rausch. Einsetzbar auf beiden Außenbahnen, aber auch im Mittelfeld. Jedoch dürfte er wohl für die linke Seite geholt worden sein und sollte sich auch hier als Stammkraft im Laufe der Saison mangels fehlender Konkurrenz etablieren können.

Der verblieben Part ist Arthur Boka, gleichzeitig auch Verbindungsstück zum defensivem Mittelfeld. Er wird noch als Verteidiger geführt, dürfte jedoch als Backup für die 6er Position gelten. Mangels Alternativen konnte er hier zeitweise im Schlussspurt der letzten Saison brillieren, hatte aber aufgrund seiner Größennachteile auch schwer zu kämpfen. Auf der doppelt besetzten Position als 6er sollten diese Nachteile bei einem geeigneten Mitspieler allerdings besser ausgeglichen werden können. Meiner Meinung nach gehört er dennoch nur Reserve.

 

Mit Boka als passende Überleitungen kommen wir nun zur Komplettierung des Defensivblocks mit den defensiven Mittelfeldspielern.

Der Verbleib von William Kvist ist noch fraglich, ich würde das aber sehr begrüßen, denn mit ihm haben wir den einzig richtigen 6er. Nach seiner Verpflichtung hatte er eine unauffällige jedoch sehr konstante Rolle eingenommen. Sein Ziel lautet: resolute Verteidigung. Das hat allerdings über weite Strecken der letzten Saison nicht funktioniert, so dass er schließlich aus der Mannschaft genommen wurde und leider keine Chance mehr bekommen hatte, sich zu beweisen. Ich hoffe, dass er bleibt und dass er die Möglichkeit erneut bekommt, zu zeigen, was auch bei der EM 2012 gegen hochrangige Gegner gut geklappt hatte.

Eine Leaderrolle hatte in der letzten Saison endlich Christian Gentner eingenommen. Sein Spiel ist irgendwo zwischen der 6 und der 10. Auf der Doppelsechs übernimmt er den offensiveren Part. Gentner dürfte hier wohl mehr oder weniger gesetzt sein.

Daneben gibt es noch Moritz Leitner. Für zwei Jahre von Borussia Dortmund ausgeliehen, soll er Spielpraxis sammeln und sein großes Talent unter Beweis stellen. Er dürfte zu einigen Spielen als Backup für Gentner kommen.

Mit der gleichen Rückennummer wie einst sein großer Bruder läuft Rani Khedira auf. Auch er besetzt die 6er Position und konnte diese in den Jugendmannschaften gut ausfüllen. Auf den Durchbruch wartet er bereits schon eine Saison lang, ich meine, jetzt könnte es soweit sein. Neben Gentner ist noch ein Platz frei.

 

Nächste Woche geht’s weiter, dann rechtzeitig vor dem Saisonauftakt mit dem Offensivblock.

  

Hinten halten wir dicht!

 

Euer Gunther

 

 

 

 

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