23. August 2013



Zum Saisonstart: Bruno raus!?  Stopp!!!

 

 

Der Saisonstart in aller Kürze:
Enttäuschend. Nach insgesamt sechs Pflichtspielen (drei Mal EL-Qualifikation,zwei Mal Bundesliga und ein Mal DFB-Pokal) brennt bei uns schon wieder der Baum. Was ist passiert? Wie konnte es dazu kommen? Wie soll es nun weitergehen? Aus aktuellem Anlass nun ein paar Gedanken über den Holperstart unseres VfB.

 

Die Vorbereitung inklusive der Transfers verlief top. Die Vorfreude wurde durch den Verlauf und die Entscheidungen der Mitgliederversammlung noch weiter gesteigert. Es herrschte eine positive Grundstimmung rund um den Verein mit dem Roten Brustring wie schon lange nicht mehr.

Und nun? Soll das alles gewesen sein? Lassen sich viele der VfB-Anhänger durch magere sechs Spiele etwa schon aus der Bahn werfen?

 

Selbstverständlich hatten sich das alle ganz anders vorgestellt. Keine Frage, die gezeigten Leistungen waren sehr dürftig, noch dürftiger jedoch die Resultate. Doch ein positives Fazit vorab: Noch ist nichts passiert.  Wir sind weiter auf dem Weg, auch in der Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League ist noch alles drin.

 

Die Situation vor der Saison ist klar. Bruno Labbadia hat nach sparsamen und sicherlich auch anstrengenden Vorsaisons nun endlich aus dem Vollem schöpfen können. Er dürfte seine Wunschspieler bekommen haben und mit ihnen auch endlich die erhoffte Verbreiterung des Kaders. Er steht damit in der Pflicht und muss sich nun am  Resultat dieser Saison messen lassen.

Doch für einige VfB’ler scheint diese Abrechnung jetzt schon nach bereits sechs Spielen fällig zu sein. Ich finde, das kommt eindeutig zu früh. Und so scheint man es mittlerweile auch bei den Verantwortlichen des VfB zu sehen.
Bisher hält die Führungsetage still und steht zurecht hinter ihrem Trainer.

 

Nach Jahren der Berg- und Talfahrt, in der Tabelle wie in Sachen Personalpolitik, hat man es endlich geschafft, Konstanz in den Laden zu bekommen. Die wirtschaftliche Konsolidierung wurde mit aller Kraft vorangetrieben und mit Blick auf die aktuelle Saison, die Zügel etwas lockerer gelassen. Und das soll nun bereits alles sprichwörtlich für die Katz‘ gewesen sein? Ich sage mit aller Kraft NEIN!

Jetzt muss man einem Trainer, der bisher „nehmen musste, was da war“ in Sachen Spielerpersonal, auch entsprechend Zeit lassen sein Konzept durchzubringen. Diese Zeit hatte man ihm auch bei seinen früheren Stationen nicht gelassen. Der HSV ist bis heute ein zusammengewürfelter Haufen, in Leverkusen hatte man erst  zur letzten Saison hin erkannt, auch gezielt investieren zu müssen.

Über die letzten Jahre hinweg konnten Bruno Labbadia und Fredi Bobic die Altlasten weitgehend beseitigen und nun ein neues Team formen. Ein Team, das es aufgrund der unstetigen Personalpolitik des VfB vorher nicht geben konnte.
Jeder Trainer brachte neue Spieler mit, die zu dem jeweiligen System passten.
Die anderen mussten sich hineinzwängen oder wurden abgegeben.

 

Die „Bruno-raus-Rufe“ sind daher mehr als kontraproduktiv. Wollen wir denn etwa die „alten Zeiten“ des Chaos zurück? Soll jetzt auf die Schnelle irgendein Trainer gefunden werden, der dann erneut nehmen muss, was gerade da ist? Der selbst weitere Investitionen in Spieler fordert, so dass erneut Notkäufe kurz vor Schluss nötig sind?  Die gesamte Vorbereitung wäre wohlmöglich umsonst gewesen.

 

Die Mannschaft wurde ordentlich durchgewürfelt, nicht zuletzt auch durch die Verletzung der beiden Stamminnenverteidiger Serdar Tasci und Georg Niedermeier, die Neuen müssen erst noch integriert werden. Zudem hat Labbadia wohl einige Umstellungen im System vorgenommen.  Teilweise sind Aspekte davon bereits zu erkennen gewesen. Interessant finde ich die taktische Neuformierungen: Standardmäßig soll wohl ein 4-2-3-1 gespielt werden. Dieses kann geschickt durch Einwechslungen oder auch aus dem Spiel heraus in ein 4-4-2 umgestellt werden. Neu ist die Dreierkette mit variablen Außenspielern im Mittelfeld, zu sehen gewesen gegen Leverkusen. Die vielgelobte Offensive der Bayer-Elf kam nur selten so richtig zum Wirbeln. Grundsystem war die Dreierkette und die beiden Außenspieler aus dem Mittelfeld wurden bei Bedarf in eine Fünferkette zurück gezogen. Das klappte wunderbar und war keineswegs aus der Not heraus geboren, wie viele glauben. Jürgen Klinsmann wollte Ähnliches bei den Bayern damals installieren, wurde aber jäh gestoppt. Bei der amerikanischen Nationalelf taucht es ab und an wieder auf und das mit Erfolg: Gold Cup.

Wird ein solch taktisches System beherrscht, würde man den Gegner mächtig durcheinander bringen und es würden sich enorme taktische Vorteile ergeben.

Diese Entwicklung halte ich für sehr spannend und meine: mehr davon!

 

Mein Appell: Gebt Bruno Labbadia und gebt dem gesamten Team Zeit. Die Abrechnung erfolgt zum Saisonende.

Jetzt sind auch mal die Fans gefragt.

 

 

Tragt den Brustring im Herzen. Kämpft!

 

Euer Gunther

 

 

 

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